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Rückblick Weltcup 2005

Jubeltag für Sven Nijs in Wetzikon


Wenn einer wie der Belgier Sven Nijs in Wetzikon zum sechsten Mal gewinnt, so hat er allen Grund zum Jubeln. Weniger zum Jubeln war den Schweizern zumute, die mehrheitlich von gesundheitlichen Problemen oder vom Rennpech heimgesucht wurden.

Von Peter Meier (Wetzikon)

Der 29jährige Sven Nijs (Be) gewann in Wetzikon auch das vierte Radquer-Weltcuprennen der Saison. Mit einem überzeugenden Angriff zweieinhalb Runden vor Schluss verwies er Richard Groenendaal (Ho) und Landsmann Bart Wellens mit Rückständen von 8 und 23 Sekunden auf die Plätze zwei und drei. Als beste Schweizer klassierten sich Christian Heule (Tuggen) im 18. und Michi Baumgartner (Rüti) im 20. Rang.

Ein beeindruckender Rekord nach Reifendefekt

Weltmeister Nijs bleibt damit in der laufenden Weltcupsaison ungeschlagen. Er machte im Zürcher Oberland das halbe Dutzend Siege voll. Er ist nun dort vor Albert Zweifel (Rüti) alleiniger Rekordhalter.Vier Erfolge des Belgiers gehen auf das Konto Weltcup. Zwei weitere erzielte er auf der früher benutzten Strecke. „Mein neuester Triumph war die bisher schwerste Saisonkonkurrenz. Als Wellens in der vierten Runde angriff, erlitt ich Reifendefekt. Mit einer überzeugenden Jagd stellte ich nun die 30 Sekunden vor mir liegenden Verfolger. Anschliessend holten wir den Spitzenreiter ein. Dann lancierte ich bei den Hürden meine gekonnte Schlussattacke“, erzählt der inzwischen 14fache Saisondominator. Nijs konnte bisher nur in Wetzikon sechsmal die oberste Podeststufe besteigen. Es folgt der weitere Quer-Schauplatz Gieten (Ho). Dort reüssierte er bereits fünfmal. „Schnee und Regen verlangten heute auf einem sehr anforderungsreichen Parcours eine ausgezeichnete Kondition. Den Rest machte ich mit meiner tollen Motivation. Mein Selbstvertrauen wird mit jedem Wochenende grösser“.

Es war für einmal kein Schweizer Tag

Gesundheitliche Probleme und Materialpech verhinderten das Zustandekommen eines grossen Schweizer Tages. Eine Analyse das Geschehens macht sofort klar, dass die meisten Landsleute unter ihrem Wert geschlagen wurden. Als Lichtblick blieb der sechste Rang von Lukas Flückiger beim zweiten Espoirs-Weltcup-Einsatz. Der Berner zeigte sich sehr engagiert. Er gehörte mehrheitlich der Spitzengruppe an und lag vorübergehend sogar allein in Front. Auch die Ausbeute von Ives Corminboeuf als Neunter darf sich sehen lassen. Julien Taramarcaz rangiert an 14., Pirmin Lang an 15. Stelle.

Heule und Zahner mit gesundheitlichen Problemen

Christian Heule laborierte an einer Grippeerkrankung und konnte fast eine Woche nicht mehr trainieren. „Im Rennen hustete ich sehr stark und bekundete grosse Mühe beim Atmen. So gesehen, bin ich mit dem erreichten Resultat zufrieden. Was ich im Vollbesitz meiner Kräfte leisten kann, zeigte ich ja gleichenorts schon dreimal als Achter“. Simi Zahner (Bubikon) stand die Enttäuschung mit Rang 29 ins Gesicht geschrieben. „Die letzten drei Tage machten mir gesundheitlich stark zu schaffen. Ich bin aber zuversichtlich, dass es bereits am Donnerstag in Mailand bedeutend besser geht“. Im Vorjahr etablierte sich Zahner im Wetziker Espoirs-Weltcup als Vierter. Dies, nachdem er in Zielnähe sogar allein an der Spitze gelegen war.

Frischknecht und Vogel als Pechvögel

Die beiden Swisspower-Teamkollegen Florian Vogel (Fehraltorf) und Thomas Frischknecht (Feldbach) bestritten ihren ersten Quer-Saison-Weltcup. Landesmeister Vogel erlebte in der Höchstklasse sogar die Weltcup-Feuertaufe. Beide Topbiker handelten sich damit eine schlechte Startposition ein. Angesichts guter Ueberholmöglichkeiten fiel dies aber nicht gravierend ins Gewicht.

Vogel (25.) sprach von einem gemischten Gefühl. „Platzmässig bin ich etwa dort, wo ich mir das erhofft hatte. Weil die Bremsklötze bei diesem Wetter stark abgenutzt werden, geriet mir die Bremse ins Hinterrad. So verlor ich unnötigerweise noch drei Positionen. Mein erstes Stelldichein bei der Crème de la Crème fiel jedoch akzeptabel aus“. Frischknecht (26.) warf am Schluss noch ein Reifendefekt empfindlich zurück. Auch sonst hätte er nicht gerade das beste Rennen gehabt. So gesehen, kam von den Schweizer Topcracks nur Michi Baumgartner (Rüti) an 20. Stelle ungeschoren durch. „Ich bin zwar nicht optimal gestartet. Im Bestreben, nach vorne zu kommen, verlor ich viel Kraft. Am Schluss musste ich noch recht leiden“.

Matthias Flückiger Neunter bei den Junioren

Bei den Junioren dominierte Europameister Robert Gavenda (Slo). Der EM-Sechste Matthias Flückiger wurde Neunter. Pascal Meyer wiederholte auf Platz 15 sein Ergebnis des Vorjahres.

Perfekte Organisation

Die Mitglieder des Radfahrervereins Wetzikon warteten einmal mehr mit einer perfekten Organisation auf. Sehr animiert verlaufene Wettkämpfe lockten mehrere tausend Zuschauer an die Rennstrecke.