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Breiter Favoritenkreis am GP Wetzikon


Die Quer-Saison ist nach acht Rennen in der Schweiz so richtig lanciert. Die erfolgreichsten Fahrer der Hauptkategorie sind bis jetzt die gleichen wie vergangenes Jahr. Dennoch ist die Ausgangslage für das traditionelle Wetziker Quer äusserst spannend und offen.

Podest der Schweizermeisterschaften in Wetzikon
Podest der Schweizermeisterschaften in Wetzikon
[Von Oliver Hilber (radquer.ch), 25.11.2009 23:30] Der erfolgreichste Schweizer Querfahrer der Gegenwart heisst Christian Heule. Das hat der fünffache Landesmeister in der noch jungen Saison mit seinen beiden Siegen in Hittnau und Uster bereits eindrucksvoll demonstriert. Der Tuggener freut sich auf die Strecke zurückzukommen, wo er im vergangenen Januar in einem hoch spannenden Rennen das rotweisse Trikot erneut gewann. „Wetzikon ist schon seit Jahren eine meiner favorisierten Strecken. Ich freue mich zurückzukommen und möchte natürlich erneut gewinnen.“ Im Gegensatz zum letzten Rennen im Januar wird sich auch wieder die internationale Konkurrenz neben dem Schweizer Dominator am Start einreihen. Doch dies beeindruckt den Tuggener nicht gross: „Ich studiere die Startliste am Vortag des Rennens und überlege mir dann, wie die Ausgangslage ausschaut und welche Situationen während des Wettkampfes eintreten könnten. Aber generell ändert die Tatsache, ob ausländische Fahrer am Start sind oder nicht, meine Vorbereitung und Strategie nicht.“

Einer der angesprochenen Ausländer ist Steve Chainel. Der 26-jährige Franzose ist amtierender französischer Quer-Vizemeister und feierte im Jahr 2000 seinen grössten Erfolg, als er Junioren-Weltmeister wurde. Auf letzte Saison ist Chainel im Pro-Tour-Team Bbox Bouygues Telecom untergekommen, was ihm erlaubt voll auf die Quersaison zu setzten um im Frühjahr die bekannten Klassiker auf der Strasse in Angriff zu nehmen. Als weiterer Favorit gilt in Wetzikon der 34-jährige Tscheche Kamil Ausbuher. Im Oktober konnte er aufgrund seiner guten Frühform die Rennen in Niederanven (LUX) und Lostice (CZE) für sich entscheiden. In Hittnau musste der tschechische Meister von 2004 sich nur Christian Heule geschlagen geben, ebenso in Uster, wo ihm aber Lukas Flückiger auch noch den zweiten Platz wegschnappte. Flückiger seinerseits findet sich nach einer erfolgreichen Bike-Saison, in der er unter anderem die Bronze-Medaille an den Schweizermeisterschaften gewann, wieder gut zurecht auf den Rädern ohne Dämfper und Scheibenbremsen. Anfangs November gewann er in Frenkendorfer Quer.

Schlusssprint oder frühe Attacke?

Ebenfalls eine lange Mountainbike-Saison hat der Eschenbacher Marcel Wildhaber hinter sich. Mit dem Cyclo-Cross International von Aigle gewann er sein erstes Rennen in der Kategorie A. Sein bestes Ergebnis der vergangenen Saison lieferte Wildhaber mit dem zweiten Platz in Bützberg ab. Vor drei Wochen verpasste er in Uster das Podest trotz starker Konkurrenz nur knapp und klassierte sich auf dem vierten Rang. Nun blickt erwartungsvoll auf den Grossen Preis von Wetzikon: „Mir lief es in vergangenen Jahren nicht gut auf dieser Strecke, mein Lieblingsabschnitt ist die Startschlaufe. Ansonsten fehlen mir ein wenig an technischen Passagen. Nichtsdestotrotz fühle ich mich sehr gut nach den positiven Ergebnissen der jungen Saison. In Uster konnte ich das Tempo von Heule & Co. lange Zeit mitgehen.“ Ob er dies auch in Wetzikon schafft, wird sich zeigen: „Wenn mehr ausländische Spitzenfahrer am Start sind als in den vergangenen Quers, kann das Rennen sehr schnell und hart werden, oder es tritt das Gegenteil ein und das Rennen wird einigermassen neutralisiert, was auf einen Schlusssprint raus laufen würde.“

Ob es wieder zu einer Sprintankunft auf der schnellen Tartanbahn im Herz der Sportanlagen Meierwiese kommen wird, bleibt abzuwarten. Der Mitfavorit Heule hofft allerdings auf eine andere Rennentscheidung: „Natürlich ist für die Zuschauer ein Schlusssprint etwas Spektakuläres. Aber für mich als Athlet zehrt es schwer an den Nerven, weil es auch etwas von einem Lotterie-Spiel hat. Sollte ich die Möglichkeit bekommen, werde ich das Rennen versuchen vorher zu entscheiden.“ Ein wichtiger Faktor, der diesem Vorhaben zu Erfolg verhelfen könnte, ist die Bodenbeschaffenheit. Die langen Wiesenabschnitte kosten bei morastigen Bedingungen viel Kraft, der Rundkurs wird automatisch anspruchsvoller zu bewältigen. Wer attackiert sollte seiner Sache daher sicher sein.

Fünfter Meistertitel für Christian Heule

Spannung pur erlebten 3000 begeisterte Zuschauer im Hauptrennen der Radquer-Meisterschaften in Wetzikon. Die Hoffnungen auf den ersten Elitetitel von Simi Zahner vereitelte einmal mehr Christian Heule. Er trotzte den Angriffen mehrerer Gegner wie ein Fels in der Brandung.

 
Heue gewinnt die Quer-SM09 im Spurt vor Zahner und Flückiger
Heue gewinnt die Quer-SM09 im Spurt vor Zahner und Flückiger
[Von Peter Meier (radquer.ch), 11.01.2009] Christian Heule gewann in Wetzikon den vierten Radquer-Meistertitel in Folge und den fünften insgesamt. Simi Zahner holte wie vor zwei Jahren Silber. Lukas Flückiger verteidigte seine Bronzemedaille.

Mehr als dreitausend Zuschauer erlebten bei den Sportanlagen Meierwiesen bei klirrender Kälte einen perfekten Radkrimi. Sechs Fahrer lieferten sich einen spannenden Spitzenkampf. Nur Zahner und der Bike-WM-Dritte Ralph Näf setzten sich vorübergehend ab. Dann nahm das taktische Rennen seinen Fortgang. Erst der Schlussspurt brachte die Entscheidung. Die Biker Näf und Florian Vogel nehmen die Plätze vier und fünf ein. Marcel Wildhaber wurde bemerkenswerter Sechster.

Christian Heule gewinnt den Schlusssprint um den Radquer-Schweizermeistertitel 09 vor Simon Zahner und Lukas Flückiger

Der beste Schweizer Quercrack Heule hätte die Runden lieber allein gedreht. „Ich versuchte es mehrmals mit Attacken. Doch es funktionierte nicht“, meinte er am Ziel. Die Fans hätten Nerven gebraucht. Er konzentrierte sich auf die letzte halbe Runde. „Ich war überzeugt, dass es klappen würde. Jetzt bin ich richtig happy“. Der Routinier sprach von einem ausgeglichenen Wettkampf. „Zahner führte viel. Auch Näf und Vogel verrichteten eine Menge Arbeit“.




Zahner noch kurz vor dem Ziel in Führung der Spitzengruppe vor Florian Vogel, Lukas Flückiger und Christian HeuleZahner: „Ich habe Gold verloren und nicht Silber gewonnen“

Zahner berichtete von einem offenen Rennen. „Ich holte nicht Silber, ich verlor Gold“. Er gönnt Heule den Titel. „Wer ein so offensiv gefahrenes Ringen gewinnt, ist der Stärkste“. Zahner wollte unbedingt vorne fahren. So schützte er sich vor einem Fahrfehler eines Gegners. „Ich war eine halbe Runde vor Schluss am richtigen Ort. Dann fuhr Heule noch an mir vorbei“. Im Sprint versuchte nun der Bubiker, mit Schwung an seinen Rivalen heranzukommen. „Doch das war schwierig. Heule ist erfahren genug, um sich nicht erwischen zu lassen“. Heule und er hätten lange für die Meisterschaftsprüfung verantwortlich gezeichnet.

Florian Vogel erwischte keinen guten Tag. „Ich musste leiden. Am Schluss war ich im Endspurt schlecht positioniert. Ich versuchte, Tempo zu machen. Doch ich kam nicht weg“.

Beat Breu nahm definitiv Abschied

Zwei Saisons nach seinem Wiedereinstieg hat sich der einstige WM-Dritte und Tour de Suisse-Sieger Beat Breu definitiv aus der Querszene verabschiedet. Für Medieninteresse sorgte er nur bei seinem ersten Start in Fehraltorf. In Wetzikon interessierte sich für seinen 28. Rang (Fünftletzter) mit zwei Runden Rückstand niemand mehr.

Matthias Rupp trotzte Julien TaramarcazSM09 Podest Kat. U23: Schweizermeister Julien Taramarcaz (Mitte), Matthias Rupp (Silber, links) und Romain Beney (Bronze, rechts)

Der ehemalige Junioren-WM-Zweite Julien Taramarcaz ist im letzten Moment doch noch Espoirsmeister geworden. Viel Pech hinderte ihn in den letzten Jahren daran. Im Espoirs-Neuling Matthias Rupp ist ihm aber ein ernsthafter Gegner erwachsen, der erst im Spurt geschlagen werden konnte. Bronze ging an Romain Beney. Matthias Flückiger war mit zwei Kettendefekten und Schuhplatten-Problemen der grosse Pechvogel. Er musste sich mit Rang fünf begnügen.

Nach acht B-Siegen zeigte sich Rupp in der höheren Kategorie auf Anhieb vorne omnipräsent. „Ich fuhr aufmerksam mit und stopfte Löcher“. Der Zürcher Oberländer gab vor allem in den Steigungen den Ton an. Als Taramarcaz die letzte Abfahrt als Spitzenreiter in Angriff nahm, konnte ihn Rupp nicht mehr überholen. „Mein Ziel war eine Medaille. Jetzt bin ich total aufgestellt“, frohlockte der zweifache Juniorenchampion.

Dario Stäubli gewann den Swiss Cycling Junioren-Titel vor Roger Walder (links) und Anthony Grand (rechts)Bei den aktuellen Junioren bestiegen Dario Stäuble, Roger Walder und Anthony Grand in dieser Reihenfolge das Treppchen.






Jasmin Achermann zum zweiten


Radquer-SM09 Wetzikon Podest Frauen, Frauen Juniorinnen und AnfängerBei den Frauen kam es nicht zum erwarteten Spitzenduell. Die Titelverteidigerin Jasmin Achermann liess ihre gefährlichste Kontrahentin Katrin Leumann bereits in der ersten Runde stehen. Die mehrfache Championesse Alexandra Bähler komplettierte das Podest. Bei den Juniorinnen schlug Lise-Marie Henzelin vor Nicole Hanselmann und Aurelia Sonderegger zu.

Erstes Edelmetall für die dritte Frischknecht-Generation

Am 2. November trat Ehrenstarter Thomas Frischknecht vom Spitzensport zurück. Jetzt läutete Sohn Andri mit Bronze bei den Anfängern die Edelmetallsammlung der dritten Frischknecht-Generation ein. Will er seinen berühmten Vater einholen, muss er allein in dieser Sparte sieben Meistertitel erringen. Nationaler Champion wurde Lars Forster. Aus der Silberpose strahlte Fabian Lienhard.


OK-Präsident Christian TrafeletChristian Trafelet rundum zufrieden


Der neue OK-Präsident des Radfahrervereins Wetzikon, Christian Trafelet, ist rundum zufrieden.“Wir erlebten ein hochstehendes Rennen, das erstaunlich viele Zuschauer begeisterte. Die Organisation klappte in allen Belangen“.

 

 

 


Während dem ganzen Renntag finden Sie bei unserem Internet-Partner www.radquer.ch aktuelle Ranglisten, Fotos, Rennberichte und neu auch Live-Ranglisten, welche nach jeder Zieldurchfahrt aktualisiert werden.



Das Radquer Wetzikon ist eine Veranstaltung des RV Wetzikon.
www.rvwetzikon.ch

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